{"id":25946,"date":"2015-03-22T00:01:20","date_gmt":"2015-03-21T23:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/norkhosq.net\/?p=25946"},"modified":"2015-03-22T02:35:31","modified_gmt":"2015-03-22T01:35:31","slug":"lichtenberger-bundesregierung-wichtig-fur-kaukasus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/norkhosq.net\/?p=25946","title":{"rendered":"Lichtenberger: &#8222;Bundesregierung wichtig f\u00fcr Kaukasus&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 0px none; margin-left: 5px; margin-right: 5px;\" title=\"Infotafel weist auf das Aufforstungsprojekt hin\" src=\"http:\/\/www.dw.de\/image\/0,,18331338_401,00.jpg\" border=\"0\" alt=\"Informationstafel zum Wald in Nordarmenien\" width=\"244\" height=\"137\" \/>Der Kaukasus geh\u00f6rt zu den artenreichsten Regionen. Doch Kahlschlag,  Monokulturen und der Klimawandel h\u00e4tten das \u00d6kosystem aus dem  Gleichgewicht gebracht, sagt WWF-Projektleiter Matthias Lichtenberger.<\/p>\n<div>\n<div>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>DW: Seit 2008 l\u00e4sst der WWF (World Wide Fund of Nature) W\u00e4lder im  Kaukasus aufforsten. Zun\u00e4chst mit finanzieller Unterst\u00fctzung der  Bundesregierung, aktuell \u00fcber ein von der Europ\u00e4ischen Union  finanziertes Projekt. Warum ist das notwendig?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Matthias Lichtenberger: Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren  staatliche Strukturen in Armenien, Aserbaidschan und Georgien stark  geschw\u00e4cht, was sich auch durch illegalen Einschlag zeigte. Inzwischen  wurden die nationalen Strategien zur Erhaltung der W\u00e4lder weiter  entwickelt. In Armenien sind zur Zeit zw\u00f6lf Prozent mit Wald bedeckt.  Die Regierung in Jerewan will den Anteil in den n\u00e4chsten Jahren auf 20  Prozent erh\u00f6hen.<!--more--> Das ist sicher auch ein Erfolg der Kaukasus-Initiative  der Bundesregierung. Die wichtigsten Geber der Naturschutzarbeit im  S\u00fcdkaukasus sind das Ministerium f\u00fcr Wirtschaftliche Zusammenarbeit, das  Umweltministerium sowie die KfW (Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau). Und  wir wiederum arbeiten eng mit den nationalen Regierungen und  Forstbeh\u00f6rden im Kaukasus zusammen.<\/p>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"border: 0px none;\" src=\"http:\/\/www.dw.de\/image\/0,,18331369_303,00.jpg\" border=\"0\" alt=\"Eichen im Fr\u00fchjahr nach Pflanzung\" width=\"475\" height=\"267\" \/><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>D<span style=\"color: #888888;\">W: Seit 2008 l\u00e4sst der WWF (World Wide Fund of Nature) W\u00e4lder im  Kaukasus aufforsten. Zun\u00e4chst mit finanzieller Unterst\u00fctzung der  Bundesregierung, aktuell \u00fcber ein von der Europ\u00e4ischen Union  finanziertes Projekt. Warum ist das notwendig?<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Welche Baumarbeiten gibt es dort vorrangig?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie haben unterschiedliche Klimazonen. In Westgeorgien am Schwarzen Meer  haben wir subtropische W\u00e4lder. In Zentralaserbaidschan und in  S\u00fcdarmenien findet man Trockenw\u00e4lder. Zu Sowjetzeiten, in den 1960er  Jahren, wurden zur Holzgewinnung vor allem Pinien-Monokulturen  aufgeforstet. Sie spielen f\u00fcr den Erosionsschutz und die Verbesserung  des Wasserhaushalts eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Durch den Klimawandel ist die Kiefernart allerdings in Stress geraten.  Monokulturen sind generell im Zeichen des Klimawandels unter gr\u00f6\u00dferem  Stress, da wenig anpa\u00dfungsf\u00e4hig. Naturnahe W\u00e4lder haben eine gr\u00f6\u00dfere  Chance, sich durch nat\u00fcrliche Regenerationsprozesse anzupassen.  Monokulturen sind auch anf\u00e4lliger f\u00fcr Sch\u00e4dlingsbefall, der sich durch  die zunehmend milderen Winter versch\u00e4rfen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir arbeiten gemeinsam mit den Regierungen daran, die W\u00e4lder fit zu  machen f\u00fcr den Klimawandel. Daf\u00fcr bauen wir sie zu naturnahen  Mischw\u00e4ldern um. Das ist ein Pilotprojekt an sechs Standorten mit  unterschiedlichen Bedingungen von je 75 Hektar Fl\u00e4chen. Anhand dieser  Testfl\u00e4chen wollen wir herausfinden, welche Arten dort am besten  gedeihen, um dann gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chen aufzuforsten. Aber das l\u00e4sst sich  seri\u00f6s erst in einigen Jahren erkennen.<\/p>\n<div style=\"text-align: left;\"><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.dw.de\/lichtenberger-bundesregierung-wichtig-f%C3%BCr-kaukasus\/a-18331049#\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"border: 0px none;\" title=\"Infotafel weist auf das Aufforstungsprojekt hin\" src=\"http:\/\/www.dw.de\/image\/0,,18331338_401,00.jpg\" border=\"0\" alt=\"Informationstafel zum Wald in Nordarmenien\" width=\"441\" height=\"248\" \/> <\/a>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #888888;\">Infotafel weist auf das Aufforstungsprojekt hin<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Welche Arten gedeihen bisher gut?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eichen sind an einigen Standorten sehr gut angegangen. Und das Besondere  ist, dass wir keine Setzlinge aus Baumschulen verwendet haben, sondern  Eichen aus Eicheln, also den Fr\u00fcchten, gezogen haben. Das ist auch eine  recht kosteng\u00fcnstige Ma\u00dfnahme. Und wir haben Pflanzenmaterial aus der  Umgebung genommen, weil wir keine fremde Arten einf\u00fchren wollten.  Au\u00dferdem haben wir der Bev\u00f6lkerung in den Gegenden Gelegenheit gegeben,  durch das Sammeln ihr Einkommen aufzubessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Wurde durch die Sammelaktionen auch das Bewusstsein der Einheimischen f\u00fcr die Natur und den Klimawandel gesch\u00e4rft? <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ja, das war eine der wichtigsten Komponenten. Wir sind auch mit  Schulklassen in die Anbaufl\u00e4chen gegangen, haben mit den Sch\u00fclern  kleinere Pflanzaktionen durchgef\u00fchrt und Malwettbewerbe zum Thema Wald  organisiert. Aber wir mussten gar nicht viel Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten.  Die Menschen hier wissen um den Wert des Waldes f\u00fcr ihre  Lebensgrundlagen.<\/p>\n<div style=\"text-align: left;\"><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.dw.de\/lichtenberger-bundesregierung-wichtig-f%C3%BCr-kaukasus\/a-18331049#\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"border: 0px none;\" title=\"Matthias Lichtenberger unterwegs in Ostgeorgien\" src=\"http:\/\/www.dw.de\/image\/0,,18331856_401,00.jpg\" border=\"0\" alt=\"Matthias Lichtenberger\" width=\"441\" height=\"248\" \/> <\/a>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #888888;\">Matthias Lichtenberger unterwegs in Ostgeorgien<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Das Projekt wird von der EU gef\u00f6rdert. Mit welcher politischen Botschaft?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Zusammenarbeit zwischen der EU und den kaukasischen L\u00e4ndern ist von  der EU Nachbarschafts-Politik gepr\u00e4gt, allerdings kommen die Mittel f\u00fcr  das Projekt aus einem EU-Fonds \u2013 genannt ENRTP- der global agiert und  den Fokus auf Umwelt und nachhaltigen Ressourcenschutz hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Matthias Lichtenberger hat nach seinem Studium der Islamwissenschaft,  l\u00e4ndliche Entwicklung studiert. Er war bei der  Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO t\u00e4tig und arbeitet seit 2013 f\u00fcr die  Umweltschutzorganisation WWF im Kaukasus. <\/em><\/p>\n<p><em>quelle:<a href=\"http:\/\/www.dw.de\/lichtenberger-bundesregierung-wichtig-f%C3%BCr-kaukasus\/a-18331049\"> www.dw.de<\/a><\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kaukasus geh\u00f6rt zu den artenreichsten Regionen. Doch Kahlschlag, Monokulturen und der Klimawandel h\u00e4tten das \u00d6kosystem aus dem Gleichgewicht gebracht, sagt WWF-Projektleiter Matthias Lichtenberger. 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