{"id":27128,"date":"2015-09-27T01:22:14","date_gmt":"2015-09-26T23:22:14","guid":{"rendered":"http:\/\/norkhosq.net\/?p=27128"},"modified":"2015-09-27T01:22:14","modified_gmt":"2015-09-26T23:22:14","slug":"wie-christen-in-fluchtlingsheimen-gemobbt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/norkhosq.net\/?p=27128","title":{"rendered":"Wie Christen in Fl\u00fcchtlingsheimen gemobbt werden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/hd.welt.de\/img\/wams-hd_politik\/crop146894325\/5013424335-ci3x2l\/Elia-2-.jpg\" alt=\"\" width=\"414\" height=\"276\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>von Freia Peters<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Christen sind in deutschen Asylbewerberheimen \u00dcbergriffen durch  fanatische Muslime ausgesetzt. Dabei flohen sie in der Hoffnung, hier  endlich ihren Glauben offen praktizieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Said aus dem Iran sitzt unter einem Bild von Jesus am Kreuz,  dar\u00fcber persische Schriftzeichen. Es sind Bibelzitate. Johannes 8, Vers  12. &#8222;Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht  wandeln in der Finsternis.&#8220;<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Said ist Kickboxer. Er ist quer durch  die T\u00fcrkei zu Fu\u00df gelaufen. Dass seine Probleme in Deutschland erst  richtig anfangen w\u00fcrden, h\u00e4tte er niemals gedacht. &#8222;Im Iran haben die  Revolutionsgarden meinen Bruder in einer Hauskirche verhaftet. Ich bin  vor dem iranischen Geheimdienst geflohen weil ich dachte, in Deutschland  kann ich endlich frei meine Religion leben&#8220;, sagt Said. &#8222;Aber ich kann  in meinem Asylbewerberheim nicht offen sagen, dass ich Christ bin. Dann  werde ich bedroht.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Said lebt in einem Asylbewerberheim im  s\u00fcdlichen Brandenburg nahe der Grenze zu Sachsen. Es ist eines von den  &#8222;Dschungelheimen&#8220;, ohne Anbindung an eine Buslinie. Dort leben vor allem  <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/themen\/fluechtlinge\">syrische Fl\u00fcchtlinge<\/a>,  meist streng gl\u00e4ubige sunnitische Muslime. &#8222;Sie wecken mich vor dem  Morgengrauen w\u00e4hrend des Ramadan und sagen, ich solle essen, bevor die  Sonne aufgeht. Wenn ich ablehne, sagen sie, ich bin ein ,kuffar&#8216;, ein  Ungl\u00e4ubiger. Sie spucken mich an&#8220;, sagt Said. &#8222;Sie behandeln mich wie  ein Tier. Und drohen, mich zu t\u00f6ten.&#8220; Said sagt, er habe den  Sicherheitsdienst gerufen. Den h\u00e4tten seine Probleme nicht interessiert.  &#8222;Das sind doch auch alles Muslime.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neben Said im  Gemeindezimmer der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitskirche in  Berlin-Steglitz sitzt Pfarrer Gottfried Martens, auf dem Scho\u00df einen  Stapel Zettel. Es sind seine Schreiben an die Leiter von diversen  Fl\u00fcchtlingsheimen, ans Sozialamt, ans Berliner Landesamt f\u00fcr Gesundheit  und Soziales, das die Fl\u00fcchtlinge auf die Notunterk\u00fcnfte verteilt. Die  Schreiben sind Hilferufe, in denen Martens bittet, Mitglieder seine  Gemeinde zu sch\u00fctzen oder in ein anderes Heim zu verlegen. &#8222;Manchmal  versuchen die Heimleiter zu helfen, manchmal bekomme ich gar keine  Antwort&#8220;, sagt Martens.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Rund 600 Afghanen und Iraner geh\u00f6ren zu  seiner Gemeinde. Die meisten von ihnen hat er selbst getauft. &#8222;Fast alle  haben gro\u00dfe Probleme in ihren Heimen&#8220;, sagt Martens. &#8222;Streng gl\u00e4ubige  Muslime vermitteln dort die Ansicht: Wo wir sind, herrscht die Scharia,  herrscht unser Gesetz.&#8220; In der K\u00fcche d\u00fcrfen Christen ihre Speisen nicht  zubereiten. Wer nicht f\u00fcnfmal am Tag in Richtung Mekka betet, wird  gemobbt. &#8222;Vor allem Christen, die vom Islam konvertiert sind, haben als  Minderheit zu leiden&#8220;, sagt Martens. &#8222;Und sie stellen sich schon die  Frage: Was passiert, wenn die streng gl\u00e4ubige muslimische Fl\u00fcchtlinge  das Heim verlassen? M\u00fcssen wir uns als Christen in Zukunft in diesem  Land verstecken?&#8220;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\">Angst vor Terroristen unter Fl\u00fcchtlingen<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die  Geschichte von Said ist eine von vielen der vergangenen Wochen. Im  sauerl\u00e4ndischen Hemer griffen algerische Asylbewerber einen Eritreer und  seine schwangere Frau an. Beide trugen ihr Taufkreuz um den Hals. Einer  schlug mit einer Glasflasche auf den Eritreer ein. Ein junger Syrer aus  einem Erstaufnahmelager in Gie\u00dfen berichtet von Drohungen. Er  bef\u00fcrchtet, dass sich unter den Fl\u00fcchtlingen Anh\u00e4nger der Terrorgruppe &#8222;<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/themen\/islamischer-staat\/\">Islamischer Staat<\/a>&#8220;  befinden. &#8222;Sie schreien Koranverse. Das sind W\u00f6rter, die der IS  schreit, bevor sie den Menschen die K\u00f6pfe abschneiden. Ich kann hier  nicht bleiben. Ich bin Christ&#8220;, sagt er. Im baden-w\u00fcrttembergischen  Ellwangen gab es zwischen Christen, Jesiden und Muslimen eine  Massenschl\u00e4gerei w\u00e4hrend des Ramadan.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Besonders dramatisch ist der  Fall einer christlichen Familie aus dem Irak, die in einem  Aufnahmelager im bayerischen Freising untergebracht war. Der Vater  berichtete einem Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks von Schl\u00e4gen und  Drohungen eines syrischen Islamisten. &#8222;Sie haben meine Frau angeschrien  und mein Kind geschlagen. Sie sagen, wir werden dich t\u00f6ten und dein Blut  trinken.&#8220; Die Familie lebte im Zimmer des Heims wie in Gefangenschaft \u2013  bis sie es nicht mehr aushielt und nach Mossul in den Irak  zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a id=\"_da00d8c7-d6e7-4abd-8d30-483ee4444932\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/videos\/article146889677\/270-000-Asylantraege-liegen-auf-Halde.html\">&#8222;270.000 Asylantr\u00e4ge liegen auf Halde&#8220;<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch  im mittlerweile islamistischen Mossul k\u00f6nnen Christen nicht mehr leben.  Die Familie wurde ein drittes Mal vertrieben und ist mit den zwei  kleinen Kindern nach Erbil im Nordirak weitergezogen. &#8222;Es geht ihnen  sehr schlecht&#8220;, sagt ihr Anwalt Christian Salek aus M\u00fcnchen. &#8222;Ich wollte  ihnen gern helfen und habe auch ans Innenministerium geschrieben, aber  es gab keine M\u00f6glichkeit, sie zur\u00fcck nach Deutschland zu holen.&#8220; Wer  einmal Asyl beantragt und dann das Land verl\u00e4sst, muss unterschreiben,  dass er kein zweites Mal um Aufnahme bittet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8222;Man h\u00e4tte die  Familie sch\u00fctzen m\u00fcssen&#8220;, sagt Simon Jacob vom Zentralrat der  orientalischen Christen. Geschichten wie diese \u00fcberraschen ihn nicht  mehr. &#8222;Ich kenne sehr viele Berichte von christlichen Fl\u00fcchtlingen, die  Angriffen ausgesetzt sind. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs&#8220;,  sagt Jacob. &#8222;Die Dunkelziffer ist hoch. Wir m\u00fcssen mit weiteren  Konflikten rechnen, die die Fl\u00fcchtlinge aus ihrer Heimat mit nach  Deutschland bringen. Zwischen Christen und Muslimen. Zwischen Schiiten  und Sunniten. Zwischen Kurden und Extremisten. Zwischen Jesiden und  Extremisten.&#8220; Jacob pl\u00e4diert daf\u00fcr, die Fl\u00fcchtlinge zun\u00e4chst nach  Religionen getrennt unterzubringen. Das aber k\u00f6nne keine langfristige  L\u00f6sung sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jacob fordert die Formulierung eines deutschen  Leitbildes, in dem die Grundwerte der Demokratie und einer  pluralistischen Gesellschaft verankert sind. Religionsfreiheit.  Meinungsfreiheit. Die Gleichheit von Mann und Frau. &#8222;Wir brauchen eine  klare Ansage, auch als Orientierungshilfe f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, auch um ihnen  zu helfen, sich gegen Extremisten abzugrenzen&#8220;, sagt Jacob.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8222;Nat\u00fcrlich  bringen Fl\u00fcchtlinge auch ihre eigenen Konflikterfahrungen mit, zum  Beispiel zwischen Schiiten und Sunniten oder Christen und Muslimen&#8220;,  best\u00e4tigt der renommierte Migrationsforscher und Historiker Klaus J.  Bade. Er verlangt f\u00fcr die anstehenden Integrationsfragen  gesellschaftspolitische Visionen und zukunftsorientierte Konzepte. Auch  er fordert ein verst\u00e4rktes Leitbild, mit dem sich die Deutschen, aber  auch die Fl\u00fcchtlinge identifizieren k\u00f6nnen \u2013 und m\u00fcssen. &#8222;Das ist der  Preis, den jeder Zuwanderer zahlen muss, der in Deutschland leben will.&#8220;  Bade fordert an den Integrationskurs angegliederte Orientierungshilfen,  die zugeschnitten sind auf das jeweilige Herkunftsland.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\">Enthauptungsdrohungen gegen Schiiten und Christen<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8222;H\u00e4ufig  geht die Aggression von Afghanen oder Pakistanern aus, sie sind oft  noch islamistischer als manche Syrer und Iraker&#8220;, sagt Max Klingberg von  der Internationalen Gesellschaft f\u00fcr Menschenrechte, seit 15 Jahren in  der Fl\u00fcchtlingsbetreuung aktiv. Er geht davon aus, dass die Gewalt in  den Asylunterk\u00fcnften weiter ansteigen wird. &#8222;Wir m\u00fcssen uns von der  Illusion befreien, dass alle, die hier ankommen,  Menschenrechtsaktivisten sind. Unter den jetzt Ankommenden ist ein nicht  kleiner Anteil in ihrer religi\u00f6sen Intensit\u00e4t mindestens auf dem Niveau  der Muslimbr\u00fcder.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Je enger die Menschen zusammenlebten, desto  eher br\u00e4chen politische und religi\u00f6se Konflikte hervor. &#8222;Ehrenamtliche  berichten von Aggressionen bis hin zu Enthauptungsdrohungen von Sunniten  gegen Schiiten, doch am h\u00e4rtesten trifft es Jesiden und Christen&#8220;, sagt  Klingberg. &#8222;Bei christlichen Konvertiten, die ihren Glauben nicht  verheimlichen, geht die Wahrscheinlichkeit, Opfer von \u00dcbergriffen oder  Mobbing zu werden, gegen 100 Prozent.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das einzige  Bundesland, das derzeit versucht, Fl\u00fcchtlinge getrennt nach Herkunft  unterzubringen, ist Th\u00fcringen. Die Entscheidung f\u00e4llte Ministerpr\u00e4sident  <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/themen\/bodo-ramelow\">Bodo Ramelow<\/a> (Linke) nach dem Gewaltausbruch in einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft in Suhl  im vergangenen Monat. Die Umsetzung ist schwierig. &#8222;Wir achten auf eine  konfliktsensible Unterbringung und versuchen Menschen aus  unterschiedlichen L\u00e4ndern auf verschiedene Stockwerke oder eigene  Unterk\u00fcnfte zu verteilen&#8220;, sagt Th\u00fcringens Justiz- und  Migrationsminister Dieter Lauinger (Gr\u00fcne). &#8222;Das ist in der derzeitigen  Krisensituation nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich, wie wollen es aber ausbauen,  sobald der Zuzug wieder geordnet abl\u00e4uft.&#8220; Eine Trennung nach Religionen  h\u00e4lt Lauinger aber f\u00fcr falsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gerade intensiv religi\u00f6se Muslime  m\u00fcssten lernen, mit anderen Religionen zu leben. &#8222;Es ist ein Spagat  zwischen der konfliktvermeidenden getrennten Unterbringung und der  klaren Anforderung, andere Kulturen und Religionen zu dulden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ali  Reza Rahmani aus dem Iran tr\u00e4gt sein Taufkreuz um den Hals, ums  Handgelenk bunte B\u00e4ndchen. Weil er sich im Heim nicht mehr sicher  f\u00fchlte, hat Pfarrer Martens ihm Kirchenasyl gew\u00e4hrt. &#8222;Ich kann nicht  mehr verheimlichen, dass ich Christ bin&#8220;, sagt Rahmani, der in der  Gemeinde nach seinem Taufnamen Elia genannt wird. &#8222;Als Christ bin ich im  Asylbewerberheim nicht sicher.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Anfeindungen gegen Said und  Elia seien keine Einzelf\u00e4lle, sagt Martens. &#8222;Es handelt sich l\u00e4ngst um  ein fl\u00e4chendeckendes Problem.&#8220; In der Kirche f\u00fchlen die Fl\u00fcchtlinge sich  sicher. Aber ein Dauerzustand k\u00f6nne das nicht sein. Trotzdem hat  Martens gerade neue Klappmatratzen im Sonderangebot gekauft.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Klicken Sie <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article146464666\/Hier-koennen-Sie-selber-Fluechtlingen-helfen.html\">hier<\/a>, wenn Sie selbst Fl\u00fcchtlingen helfen wollen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/hd.welt.de\/wams-hd\/wams-hd_politik\/article146894331\/Wie-Christen-in-Fluechtlingsheimen-gemobbt-werden.html\" target=\"_blank\">http:\/\/hd.welt.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Freia Peters &nbsp; Christen sind in deutschen Asylbewerberheimen \u00dcbergriffen durch fanatische Muslime ausgesetzt. Dabei flohen sie in der Hoffnung, hier endlich ihren Glauben offen praktizieren zu k\u00f6nnen. 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