{"id":27398,"date":"2015-12-18T16:07:03","date_gmt":"2015-12-18T14:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/norkhosq.net\/?p=27398"},"modified":"2015-12-18T16:07:23","modified_gmt":"2015-12-18T14:07:23","slug":"offener-brief-von-mina-ahadi-an-sahra-wagenknecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/norkhosq.net\/?p=27398","title":{"rendered":"Offener Brief von Mina Ahadi an Sahra Wagenknecht"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div>\n<div style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"margin-left: 5px; margin-right: 5px;\" src=\"http:\/\/hpd.de\/sites\/hpd.de\/files\/styles\/head_crop\/public\/field\/image\/minaahadi.jpg?itok=yn48ID9b&amp;c=d3e47833218d61a67ffd3ef4c0c0cc7c\" alt=\"\" width=\"204\" height=\"135\" \/>K\u00d6LN. (hpd) <strong>Die  Religionskritikerin und Kommunistin Mina Ahadi schrieb vor wenigen  Tagen einen offenen Brief an Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der  Partei &#8222;Die Linke&#8220;. Mit deutlichen Worten kritisiert Ahadi\u00a0darin die  Haltung der Partei zum politischen Islam. Der hpd dokumentiert den Brief  in ganzer L\u00e4nge. <\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sehr geehrte Sahra,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">seitdem ich deine Rede im deutschen Bundestag geh\u00f6rt habe, bin ich  erstaunt und fassungslos. Und zwar deshalb, weil du ebenso wie die  Partei &#8222;Die Linke&#8220;\u00a0die politische Lage nicht richtig einsch\u00e4tzt. Du hast  dich in jener lebhaften Rede gegen Brutalit\u00e4t und Krieg ausgesprochen. <!--more--> Du hast davon geredet, dass der Terror nicht mit Bomben zu bek\u00e4mpfen  sei. Ich f\u00fcge meinerseits hinzu, dass die L\u00f6sung des Problems die  Einbeziehung verschiedener Faktoren erforderlich macht. Nicht mit Bomben  kann der Terror bek\u00e4mpft werden, aber auch nicht mit Schweigen und  einer verharmlosenden Darstellung des politischen Islam.<br \/>\nEs ist eine bittere Wahrheit, dass die westlichen Staaten \u2013 Amerika,  England, Frankreich \u2013 auf den politischen Islam zur Sicherung eigener  Macht gesetzt haben. In L\u00e4ndern wie dem Iran, dem Irak, Afghanistan, dem  Sudan usw. haben die Terrorbanden der islamischen Bewegung das Leben  von Millionen von Menschen beeintr\u00e4chtigt oder gar zerst\u00f6rt. Um es  deutlicher zu sagen: Ich rede \u00fcber Steinigung, Zwangsverschleierung und  Massenhinrichtungen. Ich rede von den offiziellen Gesetzen, nach denen  du und ich halb so viel Wert sind wie die M\u00e4nner.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Als Iranerin habe ich hautnah den abscheulichen und ekelhaften  Charakter der Bewegung des politischen Islam erlebt und seit 36 Jahren  bek\u00e4mpft. Nach deiner lebhaften Rede habe ich gegoogelt, um zu wissen,  wie oft die F\u00fchrerin der Linkspartei \u00fcber das Verbrechen der islamischen  Bewegung lebhafte Reden gehalten hat. Google hat meine Hoffnung  zunichte gemacht. Nicht eine Minute lang hast du jemals eine Rede \u00fcber  die Steinigung, das Auspeitschen der Frauen, die Hinrichtung z. B. das  Erh\u00e4ngen der Atheisten\/innen, Kommunisten\/innen usw. gehalten. Google  hat mir gesagt, dass unter dem Namen Sahra und islamische Bewegung  nichts zu finden ist.<br \/>\nIch hoffe, dass du von mir geh\u00f6rt hast. Ich bin eine B\u00fcrgerin, die seit  Jahren in fast allen St\u00e4dten Deutschlands gegen Steinigung, Hinrichtung,  Burka, Frauenfeindlichkeit und islamischen Terrorismus Reden gehalten  hat und die nicht zuletzt Kritik an der Politik der westlichen Staaten,  auch Deutschlands, ge\u00fcbt hat. Ich war aber niemals euer Gast. Weshalb?  Weil deine Partei fortw\u00e4hrend die islamische Bewegung als Verk\u00f6rperung  des Befreiungskampfes der Bev\u00f6lkerung \u2013 jener L\u00e4nder, aus denen wir  kommen \u2013 gegen imperialistische Machtherrschaft versteht, und vielleicht  verstehst auch du es so. Ihr bewertet jede Taktik und Aktion dieser  Verbrecher als &#8222;antiimperialistisch&#8220;.<br \/>\nDie islamische Bewegung an sich ist eine Bewegung zur Unterdr\u00fcckung der  Bev\u00f6lkerung im Allgemeinen und der Linken im Besonderen. Diese Bewegung  terrorisiert und mordet nach islamischer \u00dcberzeugung und nach den  Gesetzen des Koran.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die islamische Bewegung nahm im Iran, dem Land, aus dem auch dein  Vater stammt, Form an \u2013 als Antwort und zur Zerschlagung jener  Revolution, die linke Charakterz\u00fcge besa\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der &#8222;Islamische Staat&#8220;\u00a0als Zwillingsbruder der &#8222;Islamischen  Republik&#8220;\u00a0begann im Iran. Seine barbarische Errichtung ging mit  bestialischem Massenmord an Tausenden von jungen Menschen einher. Bis  heute habe ich keine einzige Zeile deiner Partei zu einer Verurteilung  der Verbrechen von der iranischen Entsprechung der DAESH (IS) gelesen.  Warum?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir, du und ich, sind Linke und Kommunistinnen. Wir sind uns in  Deutschland noch nicht begegnet, denn wie haben unterschiedliche  Positionen zur der gro\u00dfen Katastrophe des Jahrhunderts, n\u00e4mlich dem  grausamen islamischen Terrorismus. Niemals habt ihr die verbrecherische  Rolle des politischen Islam in der jetzigen Welt erkannt. Ihr habt die  Apologeten des Multikulturalismus und Postmodernismus unterst\u00fctzt. Ihr  habt uns \u2013 Frauen, die diesen Psychopathen in die H\u00e4nde gefallen und zu  Gefangenen geworden waren \u2013 ignoriert. Ihr habt euch mit eurer Arbeit  und eurem Leben besch\u00e4ftigt. Nichts findet man in euren politischen  Bekundungen zur Unterst\u00fctzung der Frauenbewegung in den islamisch  beherrschten L\u00e4ndern. Warum?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich bin eine iranische Kommunistin. Viele Jahre meines Lebens habe  ich gegen ein Monster gek\u00e4mpft, das von den westlichen L\u00e4ndern ins Leben  gerufen wurde. Wir haben im Iran die Politik der Steinigungen,  Hinrichtungen und Frauenunterdr\u00fcckung dieser Bewegung zur\u00fcckgedr\u00e4ngt,  w\u00e4hrend unsere linken Freunde und insbesondere linke Frauen im Westen  die Steinigungen gleichg\u00fcltig hinnahmen. Ich hoffe du wei\u00dft, was ich  meine.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Als eine Frau aus dem Iran \u2013 unter der Herrschaft des islamischen Terrorismus \u2013 klage ich an:<\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li>die westlichen Staaten, die den ins Mittelalter geh\u00f6renden Reaktion\u00e4ren geholfen haben,<\/li>\n<li>die Intellektuellen, die uns ruhig stellen wollten und von Harmlosigkeit des Islams erz\u00e4hlten,<\/li>\n<li>die Linken, die schwiegen oder die Augenwischerei betrieben, die erz\u00e4hlten, dass Hinrichtung ein Bestandteil unserer Kultur sei.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\">Schlie\u00dft eure Augen und lebt weiter, und schlie\u00dflich ihr, als Linke  mit politischer Verantwortung in der Gesellschaft, ihr seid noch einen  Schritt weiter gegangen und habt erz\u00e4hlt, es g\u00e4be keine Probleme.  Manchmal habt ihr den Ex-Staatspr\u00e4sidenten Ahmadinedschad als Sieger  \u00fcber das US-imperialistische Amerika bejubelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Du hast im Bundestag \u00fcber Afghanistan und die falsche Politik, die  die Entwicklung der Taliban erm\u00f6glichte, gesprochen. Zur falschen  Politik geh\u00f6rte nicht nur die Bombardierung und die Entsendung von  Milit\u00e4r, sondern sie umfasste auch die Weichenstellung zur afghanischen  Regierungsbildung, wiederholt verteidigt durch die deutsche Regierung  auf der Afghanistan-Konferenz, bei der alle modernen und s\u00e4kularen  politischen Kr\u00e4fte ausgeschlossen bleiben und B\u00fcrgerrechte durch  religi\u00f6s-ethnisches Recht ersetzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2011 veranstalteten wir in Bonn eine Kundgebung gegen die  beschlossene falsche Politik von zehn Jahren der Afghanistan-Konferenz.  Wir waren der Meinung, dass diese Politik den Weg f\u00fcr weitere jahrelange  blutige Auseinandersetzungen in Afghanistan vorbereitet. Leider  beteiligte sich niemand von euch an dieser Protestkundgebung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vereehrte Sahra,<br \/>\nwir sind gegen Krieg und Terror, gegen Terrorismus des Staates und  islamischen Terrorismus. Angesichts der momentanen Lage erfordert linke  Politik die Bildung einer dritten Front sowohl gegen Staatsterror als  auch gegen islamischen Terror. Leider steht deine Partei nicht in der  Kampffront gegen den islamischen Terrorismus. Daher geh\u00f6rt sie meines  Erachtens nicht zum linken Lager.<br \/>\nDer Kommunismus ist die richtige, sch\u00f6pferische Antwort auf die Probleme  der Menschheit f\u00fcr ein besseres Leben. Ignorieren der Probleme,  \u00dcbersehen der Schwierigkeiten und falsche Interpretation des  antiimperialistischen Kampfes haben euer Verh\u00e4ltnis zu der Bev\u00f6lkerung  in den islamisierten L\u00e4ndern zerst\u00f6rt. Als langj\u00e4hrige K\u00e4mpferin gegen  den politischen Islam stelle ich fest, dass ihr das Problem entweder  nicht richtig einsch\u00e4tzt oder es ignoriert. Aus diesem Grund habt ihr  seit 36 Jahren keinen Platz an unserer Seite im Kampf gegen den  politischen Islam eingenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich hoffe, dass dieser Brief ein Nachdenken erm\u00f6glicht. Seit Jahren  hat sich die islamische Bewegung in Deutschland mit dem Bau von  Moscheen, mit Zwangsverschleierung, Trennung der Geschlechter in den  Schulen usw. ausgebreitet. Viele Deutsche sind zu Recht \u00fcber die  Zur\u00fcckdr\u00e4ngung der relativ s\u00e4kularen Prinzipien Deutschlands besorgt \u2013  und eure Partei steht wie \u00fcblich auf der Seite der Islamisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Denkt bitte dar\u00fcber nach.<br \/>\nIch warte auf eine Antwort zu diesem Brief.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Hochachtungsvoll<br \/>\n<strong><em>Mina Ahadi <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/hpd.de\/artikel\/12550\" target=\"_blank\">http:\/\/hpd.de\/artikel\/12550<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&nbsp;<\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00d6LN. (hpd) Die Religionskritikerin und Kommunistin Mina Ahadi schrieb vor wenigen Tagen einen offenen Brief an Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Partei &#8222;Die Linke&#8220;. 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