{"id":27771,"date":"2016-04-03T20:40:48","date_gmt":"2016-04-03T18:40:48","guid":{"rendered":"http:\/\/norkhosq.net\/?p=27771"},"modified":"2016-04-03T23:01:38","modified_gmt":"2016-04-03T21:01:38","slug":"berlin-03-april-2016-pressemitteilung-der-arbeitsgruppe-anerkennung-anlasslich-aserbaidschanischer-angriffe-in-berg-karabach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/norkhosq.net\/?p=27771","title":{"rendered":"Berlin, 03. April 2016: Pressemitteilung der Arbeitsgruppe Anerkennung anl\u00e4sslich aserbaidschanischer Angriffe in Berg-Karabach"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"margin-left: 5px; margin-right: 5px;\" src=\"http:\/\/www.aga-online.org\/news\/images\/logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><strong><em>03.04.2016 19:03<\/em><\/strong><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Auf die historische, im 20. Jahrhundert begr\u00fcndete Dimension des  Konflikts in und um Berg-Karabach haben wir oftmals und bei  verschiedenen Anl\u00e4ssen hingewiesen. Viele Armenier nehmen diesen  Konflikt als Bestandteil pant\u00fcrkistischer genozidaler Absichten wahr. Es  erscheint uns angesichts der seit einigen Jahren eskalierenden  milit\u00e4rischen Gewalt erforderlich, diesen Konflikt dauerhaft zu  entmilitarisieren, damit konstruktive politische L\u00f6sungen gefunden  werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die deutsche Medienberichterstattung ist alles andere als  informativ bzw. hilfreich. Aus diesen Anl\u00e4ssen ver\u00f6ffentlichte der  AGA-Vorstand heute folgende Pressemitteilung:  <!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><code><\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Pressemitteilung: Aserbaidschanische Angriffe auf Berg-Karabach<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Nacht zum 2. April 2016 kostete ein Milit\u00e4rangriff Aserbaidschans <strong>30 Menschen<\/strong> das Leben. Unter den 18 armenischen Opfern befanden sich auch  Zivilisten bzw. Kinder, darunter der zw\u00f6lfj\u00e4hrige Warinak Grigorjan aus  dem Bezirk Martuni.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Berichterstattung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Allgemeinen  Rundfunks Deutschlands (ARD) wird der Konflikt irref\u00fchrend als  zwischenstaatlicher Territorialstreit im S\u00fcdkaukasus dargestellt.  Tats\u00e4chlich handelt es sich urs\u00e4chlich um eine <strong>v\u00f6lkerrechtswidrige Willk\u00fcrentscheidung der damaligen sowjetischen Machthaber<\/strong>,  die 1921 auf t\u00fcrkisches Dr\u00e4ngen das fast ausschlie\u00dflich von Armeniern  bewohnte Gebiet Berg-Karabach (12.000 qkm) sowie das historische  armenische Gebiet Nachitschwan (5.500 qkm) unter aserbaidschanische  Verwaltung gestellt hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Zerfallsphase der UdSSR erkl\u00e4rte sich das Berg-Karabach f\u00fcr unabh\u00e4ngig. <strong>Der  Versuch Aserbaidschans, sich Karabach mit milit\u00e4rischen Mitteln erneut  zu unterwerfen, kostete 1991-94 das Leben von 30.000 Menschen. Dass der  br\u00fcchige Waffenstillstand nicht h\u00e4lt, hat vor allem folgende Gr\u00fcnde:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aserbaidschan betreibt seit 2004 eine gezielte und von Pr\u00e4sident Heydar Alijew offen erkl\u00e4rte <strong>Politik des Hoch- und Wettr\u00fcstens<\/strong>,  wobei es seine Milit\u00e4rausgaben verzwanzigfachte. Neue Waffensysteme  er\u00f6ffneten Aserbaidschan deutlich offensive M\u00f6glichkeiten (2012 erwarb  Baku von Israel Drohnen, anti-aircraft- und Raketenabwehrsysteme im Wert  von 1,6 Mrd. USD, 2013 moderne Waffen im Wert von einer Mrd. USD aus  Russland).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die 110 Meilen lange Waffenstillstandslinie zwischen Karabach und  Aserbaidschan, an der sich jeweils etwa 20.000 Soldaten gegen\u00fcberstehen,  wurde bisher von nicht mehr als sechs unbewaffneten Beobachtern der  OSZE observiert, weswegen die Aufstockung der Beobachterzahl eine  sinnvolle Forderung darstellt. Aserbaidschan wehrt sich allerdings  vehement gegen ein effektiveres internationales Monitoring.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zum Scheitern der OSZE-Vermittlungsbem\u00fchungen hat fraglos die <strong>fehlende  Inklusivit\u00e4t der so genannten Minsker Gruppe beigetragen. Sowohl die  unmittelbare Konfliktpartei Berg-Karabach wurde als international nicht  anerkannte Entit\u00e4t von Gespr\u00e4chen \u00fcber das eigene Schicksal  ausgeschlossen, als auch Vertreter der Zivilgesellschaft in Karabach,  Armenien und Aserbaidschan.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Konflikt <strong>bedroht die Sicherheit und Stabilit\u00e4t des gesamten  S\u00fcdostkaukasus und der unmittelbar angrenzenden L\u00e4nder Iran und T\u00fcrkei.  Ankara versteht sich<\/strong> entsprechend der pant\u00fcrkistischen Doktrin des aserbaidschanischen Pr\u00e4sidenten Heydar Alijew (\u201eeine Nation in zwei Staaten\u201c1) <strong>als  Schutzmacht Aserbaidschans, w\u00e4hrend die territoriale Integrit\u00e4t der  Islamischen Republik Iran ihrerseits vom aserbaidschanischen  Irredentismus bedroht wird.<\/strong><\/p>\n<p><\/code><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><code>Daher appelliert unsere Menschenrechtsorganisation an das deutsche  Ausw\u00e4rtige Amt sowie die zust\u00e4ndigen Gremien des Deutschen Bundestages,  sich verst\u00e4rkt f\u00fcr die politische L\u00f6sung des Konflikts einzusetzen,  unter Einschluss Berg-Karabachs und der Zivilgesellschaften in den  Staaten Armenien und Aserbaidschan. <\/code><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.aga-online.org\/news\/detail.php?locale=de&amp;newsId=619\" target=\"_blank\">www.aga-online.org\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>03.04.2016 19:03 Auf die historische, im 20. 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