Die Regime von Serj Sarkisjan war korrupt, diktatorisch und nahm Menschen die Hoffnung

Liebe Freunde,
aufgrund vieler Nachfragen meiner deutschen Freunde, wie ich die Situation in Armenien sehe/einschätze und was ich darüber denke, habe ich mir Zeit genommen und meine Meinung zu Papier gebracht. Es ist meine subjektive Meinung und ich bin weder ein Politiker noch Politikwissenschaftler, aber ich bin in Armenien geboren und aufgewachsen und meine Familie lebt teilweise noch dort. Ich bin mit meinem Herzen immer mit meinem Heimatsland verbunden, ich liebe es sehr und erlaube mir deswegen meine Meinung, auch wenn ich dort nicht lebe.
Die Regime von Serj Sarkisjan war korrupt, diktatorisch und nahm Menschen die Hoffnung. Ich musste mitansehen, wie mein Volk die Hoffnung auf Zukunft und vor allem Gegenwart verliert und sich mit der Armut und Gesetzlosigkeit abfindet. Das hat mir sehr wehgetan. Es war fast so, als ob die Armenier dachten, sie verdienen nichts Besseres und es wird mit jedem neuen Regierungschef nur noch schlechter – die berühmte Wahl zwischen Pest und Cholera. So nahmen sie ihr Schicksal an und vegetierten vor sich hin, wartend auf eigenen Tod – so schien es. Und dann kam die Hoffnung.
Ich bin ehrlich: Ich habe niemals gedacht und geglaubt, dass Serj Sarkisjan zurücktreten wird und dass das Volk so lange und so diszipliniert und verbunden seine Ziele bis zum bitteren Ende verfolgt und zu dem gewünschten Ergebnis kommt. Darauf bin ich sehr stolz und freue mich sehr! Das war das Erfolgserlebnis, welches mein armes Volk brauchte, um neue Hoffnung zu schöpfen und das ist definitiv ein Sieg.
Meine Euphorie hält sich trotzdem noch sehr in Grenzen, weil ich die Mentalität der Menschen kenne. Serj Sarkisjan ist nur ein Name. Nur weil er weg ist, sind die Probleme nicht auch weg und diese Probleme sind sehr tiefgehend. Die Korruption hat das Land zerfressen. Es ist ein sehr langer und sicher auch steiniger Weg. Es ist aber möglich, diesen Weg mit gutem Ergebnis zu beenden oder besser gesagt, diesen Weg erst gut aufzuräumen und dann immer sauber zu halten. Schwer, aber machbar und eins ist ganz sicher: Ohne Anfang gibt es keine Veränderung. Das möchte ich allen Skeptiker sagen. Wenn man etwas verändern möchte, sollte man zumindest anfangen. Da sitzen und sich zu beschweren, nichts aber verändern zu wollen und weiter sich beschweren, bringt nichts. Das wissen alle und trotzdem stehen Menschen nicht auf, sondern lassen es weiter so laufen wie bisher – aus Bequemlichkeit? Aus Dummheit? Aus Faulheit?
Ich bin auf jeden Fall stolz auf unsere Jugend, die ihre Zukunft nicht im Sumpf verbringen wollte, sondern in einem freien und demokratischen Land leben will. Und sie sind nicht auf die Straßen für den oppositionellen Pashinian gegangen, sondern für sich, für eigenes Leben in der Heimat. Dafür gebührt ihnen meine Bewunderung und Zuspruch. Ich bin mit Euch. Im Herzen und mit meiner Seele.
26. April 2018

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